Überblick Windenergie
Seit dem Altertum wird die Windenergie mittels Windräder genutzt. Damals verwendete man die entstandene Energie vor allem um Getreide zu mahlen. Weiters fungierte die so genannte Windmühle als Pump- oder Schöpfwerk und galt neben den Wassermühlen lange Zeit als einzige Arbeitsmaschine der Menschen.
Nach Entdeckung der Elektrizität und der Erfindung des Generators lag der Gedanke nahe die Windenergie auch zur Stromerzeugung zu nutzen. Die Ölkrise der 1970er Jahre bot Anlass nach neuen Wegen der Energieerzeugung zu forschen, was die Entwicklung moderner Windkraftanlagen (WKA), die aus einem schlanken Turm und einer Gondel mit drei daran angebrachten Flügeln bestehen, vorantrieb.
Je nach Standort unterscheidet man zwischen On-Shore- (am Land) und Off-Shore- (im Meer) Anlagen.
Wie funktioniert Windkraft?
Wind ist ein kostenloser und erneuerbarer Rohstoff, der für die Produktion von elektrischer Energie verwendet werden kann. Von allen Energieformen und Energieträgern, die in Europa zur Erzeugung von Strom genutzt werden, wächst die Windkraft am stärksten. Wie schon im Jahr 2008 brachte die Windkraft auch 2009 den größten Anteil neuer Kraftwerksleistung in Europa ans Netz – mit 39 Prozent lag die Windkraft klar vor dem fossilen Energieträger Erdgas (26 Prozent).
Die Weltwirtschaft hatte auch im Jahr 2009 die anhaltenden Folgen der Finanzkrise zu bewältigen. Trotz dieser Rahmenbedingungen wurde der Ausbau der Windkraft auf der ganzen Welt forciert. Insgesamt wurden rund 37.500 Megawatt an neuer Windkraftleistung im Jahr 2009 installiert. Dadurch stieg die weltweite Windkraftleistung um über 30 Prozent auf rund 160.000 Megawatt.
Der Einsatz von Windkraftanlagen zur Erzeugung von Energie stellt ein Musterbeispiel für die Nutzung von regenerativen Rohstoffen dar. Eine Windkraftanlage wandelt die Bewegungsenergie des Windes in elektrische Energie um. Dies geschieht, indem die kinetische Energie des Windes auf die Rotorblätter wirkt und der Rotor dadurch in eine Drehbewegung versetzt wird. Der Rotor ist mit einem Generator verbunden, welcher die Rotationsenergie in elektrischen Strom umwandelt. Die so erzeugte elektrische Energie wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist.
Eine einzige moderne Windkraftanlage mit einer Leistung von 2 Megawatt erzeugt pro Jahr genug elektrische Energie für mehr als 1.250 Haushalte oder 4.000 Personen. Des Weiteren werden bei der Erzeugung von elektrischer Energie aus dem Rohstoff Wind keine schädlichen Treibhausgase (Kohlendioxid - CO2) emittiert. Sauberer Windstrom vermeidet europaweit jährlich mehr als 100 Millionen Tonnen CO2. Im Vergleich dazu, beträgt der gesamte CO2-Ausstoß Österreichs etwa 90 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr.
Im Gegensatz zu anderen Kraftwerken ist eine Windkraftanlage weithin sichtbar und hat daher eine starke Symbolkraft. Die bisher gemachten Erfahrungen in Europa haben gezeigt, dass die Akzeptanz gegenüber einer Windkraftanlage im direkten Zusammenhang mit der Projektgestaltung und der Einbindung der Bevölkerung steht.
Durch einen integrativen Planungsprozess werden subjektive Bedenken und Vorurteile zerstreut. Die Folge: Windräder verwandeln sich zum weithin sichtbaren Symbol einer sauberen und nachhaltigen Energiegewinnung.